
Milford Track
Der Milford Track ist der Königsweg unter den Great Walks Neuseelands. Er wird gerne als einer der schönster Weitwanderwege der Welt bezeichnet. Ich tue mich ehrlich gesagt mit solchen Superlativen immer schwer, aber es ist unbestreitbar, dass der Milford Track als beliebtester Weitwanderweg Neuseelands, ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art darstellt.
Langfristige Planung erforderlich
Der Milford Track liegt im Fjordland im Südwesten Neuseelands und führt auf einer Strecke von 53 km vom Nördlichen Ende des Lake Te Anau (glade Wharf) zum Milford Sound (Sandfly Point). Die Strecke ist in 4 Tageetappen von 5,5 bis 18km eingeteilt und beeinhaltet 3 Übernachtungen in Hütten der 1. Kategorie (45 NZ$/Nacht in der Saison 15 NZ$/Nacht in der Nebensaison). Camping ist auf dem Milford Track untersagt. In der Hauptsaison sind die DOC Hütten mit Gaskochern ausgestattet. Lebensmittel und Geschirr müssen allerdings selbst mitgeführt werden.
Der Milford Track kann nur in eine Richtung vom Glade Warf aus begangen werden und erfordert in der Saison von Oktober bis Ende April eine Buchung. Will man sicher einen Platz im gewünschten Zeitraum erhalten, dann ist es ratsam, bereits Monate vorher über das Onlinebuchungssystem des DOC zu reservieren, denn jeden Tag werden blos 40 Individualreisende zugelassen. Im Vorraus gebucht werden muss auch der Transport per Boot über den Lake Te Anau zum Glade Wharf und vom Sandfly Point zum Hafen des Milford Sound.
Mackinnon Pass und Sutherland Falls
Die Anforderungen auf dem Milford Track sind im Hinblick auf die erforderliche physische Fitness nur mittel. Der Weg ist sehr gut ausgebaut. An den ersten beiden Tagen ist der Weg nur sehr gering ansteigend. Der anspruchsvollste Tag ist der 3. Tag. Hir muss der Mackinnon Pass mit 1140 Metern überwunden werden. An diesem Tag sind 400 Meter im Aufstieg und rund 1000 Meter im Abstieg zu überwinden. Der 3. Tag ist auch der interessanteste. Neben dem Mackinnon Pass, der spektakuläre Aussichten ins Clinton und Arthur Valley ermöglicht, sind Crows Nest und die Sutherland Falls zu nennen. Letztere zählen mit 580 Metern zu den höchsten Wasserfällen Neuseelands.
Gewandert wird bei jedem Wetter
Was den Milford Track zu einer wirklichen Herausforderung werden lässt ist das unberechenbare Wetter. In der Broschüre des DOC heißt es hierzu, dass man während der 4 Tage mit mindestens einem Regentag rechnen muss. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass bei jährlichen Niederschlagsmengen von bis zu 9000 mm 4 aufeinanderfolgende Regentage eher die Regel, als die Ausnahme sind. Durch das Ticketsystem sind Ruhetage nicht möglich. Auch bei schlechtem Wetter muss also gewandert werden. Vor allem im Arthur Valley kann dies dann nach einem Starkregen bedeuten, dass der Weg an manchen Stellen knie- bis hüfttief überflutet ist. Auch muss selbst im Sommer mit Neuschnee am Mackinnon Pass gerechnet werden. Wenn wirklich gar nix mehr geht, dann schickt das DOC in der Saison allerdings Hubschrauber, die die Wanderer zur nächsten Hütte bringt.
Milford Track im Winter
Ab Ende April muss man auf dem Milford Track nicht mehr Vorbuchen. Allerdings wird in der Nebensaison auch kein Gas und Feuerholz mehr bereitgestellt. Zudem muss beachtet werden, dass mit dem einsetzen stärkerer Schneefälle einige Brücken abtransportiert werden, da diese sonst durch abgehende Lawinen zerstört werden könnten. Ansonsten ist die Zeit von Ende April bis zu den ersten starken Schneefälle gut für diese Wanderung geeignet. Denn zu dieser Jahreszeit ist das Wetter oftmals stabiler. Von Nachteil ist natürlich die kurze Tageszeit. Durch sehr engen steilen Täler findet die Sonne (wenn sie denn mal scheint) nur wenige Stunden bis zum Talboden.







